Seelenkörper

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Tagebücher

Seit 2016 führe ich regelmäßig ein Bildertagebuch. Das kleine quaddratische Format bietet mir die Möglichkeit, intuitiv zu arbeiten und verschiedenste Stile und Techniken auszuprobieren. Neben abstrahierten Verarbeitungen emotionaler Stimmungen greife ich auch Erlebnisse des Alltags auf. Daraus ergibt sich vielfältiges Sepktrum kleiner Arbeiten. Hier finden Sie eine zufällige Auswahl einiger Aufzeichnungen:

Auf Hochglanz poliert

Gerade arbeite ich an einer Serie von Grafiken auf Geschirrtüchern. Mit Tusche zeichne ich verletzte oder erschöpfte Frauengestalten auf die zerschlissenen und löchrigen Textilien. Das Material und das Thema bieten eine Reihe von Assoziationen: Geschirrtücher gehören zu den oft mit Weiblichkeit verbundenen Arbeitsbereichen Küche und Spülen. Dies zeigte sich auch daran, dass es sich ausschließlich um weibliche Spenderinnen handelte, die mir ihre alten Tücher überließen. Geschirrtücher dienen unter anderem dazu, Gläser auf Hochglanz zu polieren. Mit der Zeit werden die Tücher verschlissen und löchrig. Aber auch im Körperlichen findet man die Handlungsmotive des Aufpolierens zum Beispiel als „Aufbrezeln“ wieder. Wie die Geschirrtücher nutzen sich auch Seelen ab und bekommen Löcher.

Die Arbeit ist noch unvollendet, doch hier schon erste Eindrücke:

Ich danke Eva, Theres, Margit, Brigitte, Resi, Aban, Brigitte, Bruni, Bianca, Wiebke und Stefans Mutter, mir ihre alten guten Stücke überlassen zu haben!

Bild-Korpus

Im Rahmen der Bewerbung an der Universität für angewandte Kunst ist 2019 die Arbeit „Bild-Korpus“ entstanden. Sie stellt nicht nur einen Korpus meiner Arbeiten der letzten Jahre dar, sondern thematisiert meinen Körper, meinen Leib und Fragen der Weiblichkeit.

 

Puppe

Diese Arbeit besteht aus einer genähten Puppe, die in einer Schachtel mit Fotos, die die Puppe portätieren, aufbewahrt wird.

Glatzkopf

Die Filmstills stammen aus einem Video, das den Prozess einer Kopfrasur vom Ansetzen   des Rasierers bis zum vollkommen kahlen Kopf zeigt. Aus dem Off ist meine Stimme zu hören, wie ich von den Reaktionen meines Umfelds auf die erste Rasur berichte.

Tabula Rasa

In Antike und Mittelalter waren Wachstafeln die verbreiteste Schreibunterlage für Notizen, Konzepte oder auch Briefe. Hölzerne Tafeln wurden mit Wachs gefüllt (tabula cerata), die man mit einem Griffel (stylus) beschrieb und den Text wieder tilgte, um die Fläche erneut beschreiben zu können. (vgl. Christine Jakobi-Mirwald, Buchmalerei. Terminologie der Kunstgeschichte, Berlin 2008, S. 125.)

Rasieren: Frz. raser beruht auf dem vulgärlateinischen rasare, einer Intensivbildung zu lateinisch radere (rasum) »kratzen, schaben, abscheren, darüberstreichen«, vgl. radieren. (vgl. Duden, Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache, Mannheim u.a. 2001, S. 652.)

 

Haut

Aufgekratzte Fotos – wie meine Haut. Die Oberfläche der Haut wurde zur Oberfläche der Fotografien.

 

Seelenkörper

Bei dieser Serie handelt es sich um Gemälde, die ohne weitere Werkzeuge nur mit meinen Fingern als Pinsel und mit Fingerfarbe auf Papier entstanden sind. Ziel war hierbei, dass der Körper nicht nur dargestelltes Objekt und darstellendes Subjekt sondern auch darstellendes Medium ist. Die Motive zeigen immer mich, erst von außen als Spiegelbild und dann immer tiefer von innen. Dabei griff ich das Konzept von Maria Lassnig auf, nur das zu malen, was sie fühlt. Ich variierte diese Idee, indem ich darstellte, wie sich meine Emotionen im Körper manifestieren; wie sich das seelisch empfundene Selbstbild auf der körperliche Ebene sichtbar wird.

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Seit 2016 führe ich regelmäßig ein Bildertagebuch. Das kleine quaddratische Format bietet mir die Möglichkeit, intuitiv zu arbeiten und verschiedenste Stile und Techniken auszuprobieren. Neben abstrahierten Verarbeitungen emotionaler Stimmungen greife ich auch Erlebnisse des Alltags auf. Daraus ergibt sich vielfältiges Sepktrum kleiner Arbeiten. Hier finden Sie eine zufällige Auswahl einiger Aufzeichnungen:

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